Leica TCRA 1103 (Instrumente)

meisterandi @, Montag, 29.01.2018, 20:55 (vor 80 Tagen)
bearbeitet von MichaeL, Dienstag, 30.01.2018, 13:39

Hallo,

ich habe vor kurzem ein Leica TCRA 1103 Tachymeter erworben.
Das Gerät wurde auch aktuell von einer Prüfstelle überprüft und kalibriert.
Jetzt ist mir aufgefallen, dass wenn ich das Gerät um die Stehachse bewege ein leichtes Spiel zu erfühlen ist bis der Widerstand größer wird.
Weiß jemand ob das normal ist?

Leica TCRA 1103

rafl, Montag, 29.01.2018, 21:25 (vor 80 Tagen) @ meisterandi

Hallo,
ob das zunächst kritisch ist, weiß ich nicht. Du kannst es aber wie folgt überprüfen:
Du suchst dir ein Ziel in einer üblichen Entfernung, (welches man sehr gut anzielen kann) zielst den Punkt sauber an, notierst die Hz-Ablesung oder speicherst den Wert. Dann drehst du das Instrument rechtsherum einmal um die Stehachse und zielst den Punkt wieder sauber an. Das machst du ca. fünf mal und notierst dir jedes mal die Hz-Ablesung. Dann machst du das ganze Spiel, in dem du das Instrument links herum drehst. Wenn deine Hz-Richtungen bei einem 1103 um mehr als 2 mgon variieren, stimmt etwas nicht.
Rafl

Leica TCRA 1103

meisterandi, Montag, 29.01.2018, 21:36 (vor 80 Tagen) @ rafl

Hab ich grad probiert. Dass passt.
Wenn man das Gerät von Hand dreht, merkt man halt, dass ein leichtes Spiel vorhanden ist, bis es anschlägt. Wenn man das Gerät wieder los lässt, dann federt es wieder zurück.
Ich denke mal dass das dann normal ist. Vieleicht hat ja jemand ein baugleiches Gerät und könnte das mal überprüfen.

Leica TCRA 1103

meisterandi, Dienstag, 30.01.2018, 12:45 (vor 79 Tagen) @ meisterandi

Ich hätte noch weitere Fragen an einen der sich mit diesem Gerät auskennt.

1. Ich kann Punkte nur als Koordinaten eingeben. Ist es bei diesem Gerät auch möglich die Punkte mittel Winkel und Strecke zu definieren?

2. Wenn ich meinen Stationspunkt lokal festlege mit Nord=0,00, Ost=0,00 Hz=0,00, die Höhe des Standpunktes ist nicht bekannt. Kann ich die bekannte Höhe eines Messpunktes auf meinen Standpunkt übertragen?

3. Ist es mit diesem Gerät möglich die Messpunkte direkt mit einem Verbindungskabel auf den PC zu übertragen, so dass die Punkte gleich in ein CAD-Programm übertragen werden. Wenn ja, welches CAD-Programm wäre hierfür geeignet?

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Leica TCRA 1103

MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 30.01.2018, 12:57 (vor 79 Tagen) @ meisterandi
bearbeitet von MichaeL, Dienstag, 30.01.2018, 13:39

Hallo,

1. Ich kann Punkte nur als Koordinaten eingeben. Ist es bei diesem Gerät auch möglich die Punkte mittel Winkel und Strecke zu definieren?

Nein, meines Wissens nicht. Das sollte auch bei aktuellen Instrumenten nicht gehen.

2. Wenn ich meinen Stationspunkt lokal festlege mit Nord=0,00, Ost=0,00 Hz=0,00, die Höhe des Standpunktes ist nicht bekannt. Kann ich die bekannte Höhe eines Messpunktes auf meinen Standpunkt übertragen?

Ja, Orientierung und Höhenübertragung sollte die Funktion (sinngemäß) heißen.

3. Ist es mit diesem Gerät möglich die Messpunkte direkt mit einem Verbindungskabel auf den PC zu übertragen, so dass die Punkte gleich in ein CAD-Programm übertragen werden. Wenn ja, welches CAD-Programm wäre hierfür geeignet?

Ja, es ist möglich, die Messwerte direkt per GSI-Schnittstelle oder GeoCOM zu übertragen. Ein CAD müsste diese Schnittstelle bereitstellen. Anbieter mit einer sogenannten Feldlösung sollten das können, z.B. HHK.

Viele Grüße
Micha

--
applied-geodesy.org - OpenSource Least-Squares Adjustment Software for Geodetic Sciences

Tags:
Tachymeter, Leica, Schnittstelle, TCRA, 1103, Stationierung

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Leica TCRA 1103

MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 30.01.2018, 12:54 (vor 79 Tagen) @ meisterandi

Hallo,

Wenn man das Gerät von Hand dreht, merkt man halt, dass ein leichtes Spiel vorhanden ist, bis es anschlägt. Wenn man das Gerät wieder los lässt, dann federt es wieder zurück.

Mit oder ohne Dreifuß? Wie ändert sich die Neigung am Kompensator?

Viele grüße
Micha

--
applied-geodesy.org - OpenSource Least-Squares Adjustment Software for Geodetic Sciences

Leica TCRA 1103

meisterandi, Dienstag, 30.01.2018, 13:06 (vor 79 Tagen) @ MichaeL

Die Funktion Orientierung und Höhenübertragung gibt es.
Allerdings wird dort nur die Reflektorhöhe abgefragt.
Muss ich dann hier die Meereshöhe eingeben zzgl. der Höhe des Prismenstabes?

Das Spiel ist mit Dreifuß vorhanden. Liegt aber nicht am Dreifuß.
Meinen Sie mit Neigung am Kompensator die Elektronische Dosenlibelle?

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Leica TCRA 1103

MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Dienstag, 30.01.2018, 13:38 (vor 79 Tagen) @ meisterandi

Hi,

Die Funktion Orientierung und Höhenübertragung gibt es.

Sie erfüllt laut Handbuch genau Deine Anforderungen, vgl. S. 8: "Die Funktion Höhenübertragung bestimmt die Höhe des Instrumentenstandpunktes aus Messungen zu höhenmäsig bekannten Anschlusspunkten.".

Allerdings wird dort nur die Reflektorhöhe abgefragt.

Das ist korrekt, da die Höhe des Anschlußpunktes üblicherweise auf Höhe der Vermarkung und nicht auf Höhe des Prismas ist. Die Reflektorhöhe ist also die Höhe über dem Punkt und der Punkt selbst muss bereits auf dem Instrument hinterlegt sein.

Meinen Sie mit Neigung am Kompensator die Elektronische Dosenlibelle?

Ja.

Viele Grüße
Micha

--
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Tags:
Tachymeter, Leica, TCRA, 1103, Stationierung

Leica TCRA 1103

meisterandi, Dienstag, 30.01.2018, 15:18 (vor 79 Tagen) @ MichaeL

Das funktioniert aber dann nicht, wenn ich nur die Höhe des Punktes kenne, nicht aber die Koordinaten, weil ich die Höhe nach dem Anmessen des Punktes nicht mehr verändern kann, oder?

Die Dosenlibelle zeigt schon eine Änderung an, sobald ich das Gerät berühre. Ich denke mal das ist normal, oder?

Leica TCRA 1103

meisterandi, Dienstag, 30.01.2018, 17:31 (vor 79 Tagen) @ meisterandi

Hab jetzt gerade nachgeschaut.
Ich kann die Höhe von gemessenen Punkten nicht mehr ändern.
D.h. ich müsste mir die gemessenen Koordinaten des Punktes aufschreiben und als neuen Punkt eingeben, oder?

Leica TCRA 1103

dias, Vogtland, Mittwoch, 31.01.2018, 08:09 (vor 78 Tagen) @ meisterandi

Hallo !

Ich benutze manchmal ein Leica TCRM 1103, also ein fast baugleiches Gerät...

Das Programm "Orientierung und Höhenübertragung" verlangt zunächst nach einer Punkt-Nr. und der
Reflektorhöhe. Das ist gut und richtig so, denn der Tachy benötigt ja diese Infos zur weiteren Berechnung.

Hat man nun einen reinen Höhenpunkt, deren Koordinaten man aber nicht kennt, kann man diesen trotzdem
benutzen, um die eigene Standpunkthöhe zu berechnen. Um im Tachy irgendwas berechnen zu können müssen
alle Punkte die man benutzt mit einer eigenen Punkt-Nr. abgespeichert sein. Das kann durch vorheriges
Eingeben/Übertragen sein, oder manchmal auch durch eigenes Messen der Punkte.

In deinem Fall der reinen Höhenübertragung gibt es zwei Möglichkeiten:


1. Der bekannte Höhenpunkt wird vorher abgespeichert.
Also: Im Hauptmenü z.B. im Mess-Job Management (je nach Herangehensweise auch im Daten-Job-Management)
den entsprecehenden Job aussuchen oder neu anlegen. Dann auf "EDIT" gehen (F3), und noch auf "EINGB" (F3).
Jetzt kann man einen neuen Punkt eingeben.

Also weiter: gewünschte Punktnummer eingeben (sollte "frei" und noch nicht vorhanden sein), Ost- und Nordwert eingeben (hat man hier keine Koordinaten muss eine "0" eigegeben werden). Und noch die bekannte Höhe eingeben.
Dann "Enter" und über "REC" (F3) diesen neuen Punkt abspeichern.


2. Ist man bereits im Programm "Orientierung und Höhenübertragung" kann man von hier aus Punkte abspeichern.
Bei der Frage nach dem Zielpunkt geht man auf "SUCHE" (F1) und bestätigt eine evtl. Fehlermeldung mit "OK" (F4).
Nun ist man im Punkt-Suchen-Modus. Hier gibt es die Möglichkeit mittels "EINBG" (F3) einen neuen Punkt abzuspeichern.
Vorgehensweise wie unter 1.


Nochmal: Hat man nur die Höhe aber keine Koordinaten für einen Punkt, hier bitte bei den Koord. immer eine "0" eigeben. So kann man die reine Höheninformation des Punktes nutzen.


Die Angabe der Reflektorhöhe ist im Programmverlauf natürlich sehr wichtig und notwendig. Denn es gibt nun mal
verschiedene Arten von Höhenpunkten:

- Bodenpunkte oder hervorstehende Mauerbolzen, die man fast immer mit einem Prisma + Lotstock anmisst
- Wandpunkte (z.B. Reflexmarken oder andere Markierungen) die man direkt ohne Lotstab anmisst

Gerade bei den direkt angemessenen "Wandpunkten" ist die Angabe der Refl.Höhe von 0,000 m sehr wichtig, da
der Tachy sonst die momentan eingestellte Refl.-Höhe übernimmt, was ja evtl. falsch sein kann.


Weiter im Programm:
Hat man nun den entsprechenden Höhenpunkt gesucht, oder selbst eingegeben und abgespeichert, misst man den
Punkt an (DIST und WEITER, oder ALL). Danach können noch weitere Punkte angemessen werden.
Anschließend geht man auf "RECHN" (F6), und der Tachy berechnet nun die Orientierung und seine Standpunkthöhe.
Die Ergebnisse kann man nun betrachten/beurteilen und getrennt oder zusammen abspeichern.

Steht aber auch alles in der Anleitung... :-)


Viele Grüße!
Matthias

Leica TCRA 1103

meisterandi, Mittwoch, 31.01.2018, 12:22 (vor 78 Tagen) @ dias

Danke für die ausführliche Anleitung.
Wird ich abends mal ausprobieren.

Wenn du öfters mit einem ähnlichen Gerät arbeitest, vielleicht könntest du das mit dem Spiel in der Stehachse mal testen.
Bei mir ist es so, wenn ich das Gerät ganz leicht nach rechts drehe, dann spüre ich nach ein paar Grad einen Wiederstand. Wenn ich das Gerät dann wieder loslasse federt es automatisch nach links zurück.
Mir ist jetzt auch noch aufgefallen, dass wenn ich das Gerät z.B. vom Tisch anhebe axial auch ein leichtes Spiel vorhanden ist.

Ich denke mal, dass das normal ist, vor allem kommt das Gerät ja frisch von der Prüfung. Ich hätte halt gerne einen Vergleich.

Leica TCRA 1103

dias, Vogtland, Donnerstag, 01.02.2018, 08:04 (vor 77 Tagen) @ meisterandi

Hallo,

bei meinem Gerät ist nur wenig "Spiel" in der Stehachse. Ich kann das Gerät ca. 2mm
(am Fernrohrausgang) nach rechtsdrehen, dann wird es schwerer und "federt" in die
Ausgangsstellung zurück. Als ein "Spiel" kann man das aber nicht bezeichnen.
Links herum geht das übrigens nicht, da greift gleich die "Rutschkupplung".

Das leichte "Spiel" hat vermutlich was mit der Kombination aus den Antrieben und
der "Rutschkupplung" (so nenn ich das mal..) zu tun. Aber wie gesagt, es ist bei mir
nur minimal, und da es ja wieder "zurückfedert" wird die Position des Tachy in der
Stehachse sauber gehalten.

Es schein sowieso verschiedene Arten zu geben. Bei meinem TCRM 1103 sind z.B. die
Feintriebe rein "elektrisch". D.h. ich kann den Tachy im ausgeschalteten Zustand
nicht über die Feintriebe bewegen. Bei anderen ähnlichen Geräten habe ich das aber
schon anders gesehen, wahrscheinlich hängt das mit der Art der Motorisierung zusammen.


Achsialspiel:
Wenn ich mein Gerät anhebe ist auch nur ein minimaler "Weg" zu spüren, eigentlich
fast gar nichts. Wie viel ist es denn bei dir?


Viele Grüße!
Matthias

Leica TCRA 1103

meisterandi, Donnerstag, 01.02.2018, 16:53 (vor 77 Tagen) @ dias

Das mit dem Spiel in Drehrichtung ist bei mir genau gleich.
Dann ist das wahrscheinlich normal.

Die Feintriebe sind bei mir auch elektrisch.

In Axialrichtung merke ich es, wenn ich das Gerät aus dem Koffer nehme, oder vom Tisch anhebe. Dann ist jeweils ein "Klack" zu hören.
Spiel ist vielleicht 0,5mm geschätzt, wenn überhaupt.

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