UTM Koordinaten - altes Tachymeter (Geodäsie/Vermessung)

rafl, Dienstag, 25.06.2019, 10:24 (vor 23 Tagen) @ Kai

Davon, die Temperatureingabe zur bewussten Änderung des Maßstabes zu verwenden, kann bei den Eltas nur dringend abgeraten werden. Die Eltas nutzen die eingegebene Temperatur nicht nur zur Korrektur des atmosphärischen Einflusses sondern auch zur Korrektur der temperaturbedingten Driften in der Elektronik (insbesondere des Quarzes). Dazu gibt es eine Veröffentlichung von Schauerte/Faßbender: Anpassung der Maßstabskalibrierung auf "rechnende" EDM-Instrumente, Vermessungswesen und Raumordnung, Dezember 1997.

Wir hatten vor 25 Jahren mal die Idee, den ppm-Wert im Elta auf 0 zu setzen und die meteorologische Korrektur nachträglich zu rechnen. Da gab es bei größeren Temperaturunterschieden unerklärliche Abweichungen, die vermutlich auf das oben beschriebene Problem zurückzuführen sind. Die Abweichungen waren deutlich größer als die 1ppm/°C.

Ich würde bei so einem Instrument den Maßstab aus der Transformation nehmen. Da darin im Prinzip die Höhenreduktion und die Abbildungsreduktion (GK oder UTM) enthalten sind.

Wenn der Auftraggeber bzw. das Amt die Korrektionen/Reduktionen separat ausgewiesen haben will, braucht man sicherlich ein neueres Instrument. Bei höheren Genauigkeitsanforderungen würde ich eh nichts mehr mit so einem alten Instrument machen und bei den einfachern Messungen liegt man mit dem Maßstab aus der Transformation sicherlich ganz gut.


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