UTM Reduktionen - Einstellungen am Leica TPS1100 (Geodäsie/Vermessung)

dias, Vogtland, Donnerstag, 31.05.2018, 11:22 (vor 83 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

habe manchmal auch noch die 1100er im Einsatz... :-)

bei der atmosphärischen Korrektur ist entweder der aktuelle Luftdruck am Standort einzugeben,
oder ersatzweise die Höhe über dem Meeresspiegel (nicht die ellips. Höhe !!). So steht es auch direkt
im Tachy: "Höhe ü. Meer". Due Umschaltung erfolgt über die Taste F4 = P()H

Mit dieser Höhenangabe wird dann im Gerät ein mittlerer Luftdruck für den Standort gerechnet.

Genauer ist es natürlich, den aktuellen Luftdruck selbst einzugeben. Dazu kann man sich vieler
Informationsquellen bedienen: Barometer, Wetter-Apps, Daten von Wetterstationen usw.

Doch Achtung: der offiziell angegebene Luftdruck für das Gebiet ist immer auf Meeresspiegelhöhe heruntergerechnet !!
Das wird gemacht, um eine flächenhafte Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Mit steigender Höhe nimmt der
Luftdruck natürlich ab, aber diesen lokalen Wert benötigen wir eigentlich für unser Messgerät, damit die
Korrekturen stimmen! Denn der Messstrahl durchdringt nunmal die aktuelle Luft vor Ort...


Also: hat man kein kalibriertes Barometer zur Hand hilft nur selbst unrechnen. Ich erledige das mit einem
kleinen selbstgeschriebenen Tool im Excel...

Beispiel:
Luftdruck laut Wetter-App: 1018 mbar
Höhe Standpunkt/Messgebiet: 370 m
errechneter lokaler Luftdruck: 974 mbar

Diese 974 mbar muss ich dann im Messgerät eingeben, dann ist alles korrekt.

Man muss halt immer schauen wie genau man es braucht. In vielen Fällen bei "normalem" Luftdruck
und kurzen Distanzen reicht sicherlich die Näherung über die Höhenangabe.

Aber wenn ich sehr lange Strecken zu messen habe kann es schon kleine Abweichungen
geben, die ich ja aber zumindest in diesem Punkt vermeiden kann.

Was nütz das tollste und genaueste Messgerät, wenn die Strecken-Messungen durch nicht ganz einwandfreie
Korrekturen wieder etwas ungenauer werden...


Viele Grüße !
Matthias


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