Trimble S6, Tracker (Geodäsie/Vermessung)

Christian S6, Tuesday, 10.04.2012, 19:47 (vor 3945 Tagen)

Hallo,

ich habe hier im Forum schon öfter interessante Themen mitgelesen. Nun habe ich selbst einige Fragen bezüglich meines Trimble S6 mit TSC 3 und hoffe, dass jemand Erfahrungen mit diesem Gerät hat und mir weiterhelfen kann.
Wenn ich Festpunkte mit Höhen bestimme, dann messe ich in einem lokalen System (Standpunkt 0.000, 0.000 Höhe 1000.000) und laufe die bekannten Festpunkte und die neu zu bestimmenden Festpunkte mit einem normalen (passiven) Zeiss-Prisma ab (Im Büro transformiere ich mittels Geograf dann in Gauß-Krüger). Die Punkte baue ich dann mit Stabstativ auf und messe sie im automatischen Anzielmodus in 1. und 2. Lage, wobei ich mir die Koordinaten vor der Speicherung und Mittelwertbildung anschaue.
Jetzt zu meinem Problem. Ich habe heute einen Punkt in ca. 125m Entfernung angemessen,
Lage OK, Höhendifferenz war 4cm. Dann habe ich die automatische Anzielfunktion (Tracker) justiert (macht das S6 selbsttätig). Dannach war die Höhendifferenz bei 2mm, also OK. (kein Luftflimmern, Temperatur 8°C, optimale Messbedingungen).
Die Frage ist jetzt, wieso verstellt sich der Tracker (Gerät wurde sehr pfleglich behandelt, letzt Justierung wegen großer Abweichung war am Mittwoch vor Ostern).
Die Lageabweichungen waren unter 2mm (vor und nach der Justierung, also OK).

Die gemessenen Koordinaten im Mittelwert waren bei diesem Punkt auf den mm identisch,
d.H. wenn ich in 2 Lagen messe habe ich die richtige Koordinate (der Mittelwert), da ja sämtliche Gerätefehler und anscheinend auch der verstellte Tracker ausgeglichen werden.

Doch bei den meisten Messungen wird ja nur in einer Lage gemessen. Und dort würde dann ja eine falsche Höhe des Punktes gespeichert werden.

Hat jemand auch solche Erfahrungen gemacht? Den oben beschriebenen Sachverhalt habe ich schon des öfteren gehabt.

Gruß
Christian


PS: Kipp- und Zielachsfehler sowie Kompensator sind justiert

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Trimble S6, Tracker

MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Wednesday, 11.04.2012, 11:31 (vor 3944 Tagen) @ Christian S6

Hallo Christian,

Hat jemand auch solche Erfahrungen gemacht?

Flip hat für sein Instrument einen ähnlichen Fehler beschrieben. Ob nach der Kalibrierung der Fehler später erneut aufgetreten ist (oder ob er überhaupt noch mal eine Prüfung durchgeführt hat zu einem späteren Zeitpunkt), geht aus seinem Posting nicht hervor. Grundsätzlich scheint er aber zufrieden zu sein. ;-)

Wurde die Feldprüfung auch bei ca. 125m Streckenlänge durchgeführt? Wie passten denn Messungen aus I. und II. Lage bei manueller Anzielung zusammen?

Schöne Grüße
Micha

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Christian S6, Wednesday, 11.04.2012, 18:56 (vor 3944 Tagen) @ MichaeL

Hallo Micha,

wenn ich den Punkt von Hand in beiden Lagen anziele passen die Werte zusammen. Habe das bei einem der letzten Male, als diese Abweichung auftrat, geprüft. Das Gerät ist also gut justiert (Kipp- + Zielachse). Anscheindend ist nur der Tracker für die automatische Anzielung manchmal verstellt. Wie schon vorher geschrieben, haben die
Koordinaten der Mittelwerte beider Lagen vor und nach der Justierung (auch zu meiner Verwunderung) auf den Milimeter die gleichen Werte ergeben.
Bei Festpunktbestimmungen messe ich ja immer in beiden Lagen, dort würde mir der verstellte Tracker dann ja auffallen. Doch zu 95% messe ich ja nur in einer Lage. Seltsamerweise ist mir hierbei nichts aufgefallen, auch wenn ich über nahe (unter 10m) und weit entfernte Punkte (120m) stationiert habe. Denn gerade bei solchen Unterschieden müßte es sich ja in den Höhenabweichungen bemerkbar machen, oder?

Ansonsten bin ich mit dem S6 in Verbindung mit dem TSC3 und der R6-Antenne sehr zufrieden. Verglichen mit dem Elta 3 (während meiner Lehrzeit) schafft man bestimmt mehr das dreifache, und das alleine.

Gruß
Christian

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MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Wednesday, 11.04.2012, 21:41 (vor 3944 Tagen) @ Christian S6

Hallo Christian,

wenn ich den Punkt von Hand in beiden Lagen anziele passen die Werte zusammen.

Okay, dann liegt's wohl wirklich an der automatischen Zielerfassung.

Bei Festpunktbestimmungen messe ich ja immer in beiden Lagen, dort würde mir der verstellte Tracker dann ja auffallen.

Bei Leica würde man das auch beim Messen in einer Lage sehen, wenn man stichprobenartig durchs Fernrohr mal schaut. Bei einer dejustierten ATR würde das Strichkreuz nicht auf dem Zentrum vom Prisma landen. Bei einer Messung in beiden Lagen ist der Fehler, wie Du schon geschrieben hattest, natürlich beim mitteln wieder weg.

... messe ich ja nur in einer Lage. Seltsamerweise ist mir hierbei nichts aufgefallen

Wenn Deine Distanzen vom Standpunkt in etwa gleich weit weg liegen, würdest Du es auch nicht bemerken. Dein Standpunkt hebt bzw. senkt sich dann einfach. Der Einfluß macht sich eher bei inhomogenen Zielweiten bemerkbar. Wobei der Fehler hier ein wenig verwischt. Ferner ist die Abweichung, die Du in beiden Lagen hast, der doppelte Fehler und bei der Stationierung mit Messungen in einer Lage folglich kleiner.

... weiter hilft Dir das natürlich bei Deinem Problem auch nicht. :-/

Schöne Grüße
Micha

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Christian S6, Wednesday, 11.04.2012, 22:33 (vor 3944 Tagen) @ MichaeL

Hallo Micha,

bei Trimble ist es so, daß die Zielachse für das manuelle Anzielen nicht die Selbe ist wie beim Automatischen, d.h. wenn ich automatisch anziele ist das Strichkreuz leicht neben dem Zentrum, das war auch schon bei meinem Geodimeter DR200+ so. Diese Aussage bekam ich auch vom Trimble-Support. Überprüft habe ich es, indem ich einen Punkt manuell angezielt habe und dann diesen im automatischen Modus absteckte. Das Strichkreuz ist neben dem Zentrum, die Absteckdifferenzen sind aber bei 0.

Mir ist klar, daß der Fehler nur halb so groß ist wie die Differenz der Höhen beider
Lagen. Aber ich habe schon oft "ungünstig" gestanden (2 APs nah, zwei 150m weg) und habe in der Höhenstationierung nur 2mm gehabt.

Die Frage ist halt wodurch sich der Tracker verstellt, ob er beim Neustart evtl. auch mal wieder passt (hatte ich vor einem halben Jahr, da waren nach dem Neustart nicht mehr 4cm sondern nur 1 oder 2cm Differenz) und in welchen Abständen man diesen regelmäßig Justieren sollte. Ich messe auch öfter ohne Höhen, da fällt es ja dann sowieso nicht auf, denn die Lage paßt eigentlich immer gut, nur eben die Höhe macht Probleme.

Danke Micha für Deine Beteiligung an der Lösung meines Problmes, einen schönen Abend

Gruß
Christian

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TomegooH, Thursday, 12.04.2012, 17:48 (vor 3943 Tagen) @ Christian S6

Hallo,

die ATR Funktion bei Leica positioniert das Fernrohr nicht immer exakt auf die Prismenmitte. Die Positionierung erfolgt schrittweise, was man auch gut beobachten kann wenn man durch das Fernrohr schaut. Benutzt man die ATR Funktion bei nur sehr grober Erstanzielung. Ist auch die erste Annaeherung relativ ungenau. Die naechste besser usw. Die Annaehrung stoppt irgendwann bei bestimmten Grenzwerten und die letzte Verbesserung wird nur rechnerisch an die Winkel angebracht.
Dies ist moeglicherweise/wahrscheinlich bei Trimble Geraeten genauso.

Dies kann man auch z.B. gut beobachten bei einem Prisma das aus sehr kurzer Distanz angezielt wird. (unter ca. 7m). Da hat die ATR Funktion (zumindest die LEICA Geraete die ich kenne) sowieso ihre Probleme (nervt oft). Durch die leichte Bewegung durch eines frei Hand gehaltenes Prisma wird die ATR Funktion irritiert da sie versucht immer wieder an die Prismenmitte anzunaehern. Bei kurzen Distanzen sind nur wenige Millimeter die das Prisma hin und her wandert schon ein ziemlich grosser Winkel. Unter Umstaenden bricht die Messung ab mit dem Hinweis das sich das Ziel zu stark bewegt. Aber in dieser Situation kann man gut beobachten wie die ATR versucht dem Prisma zu folgen. Der Winkel im Display aendert sich staendig, das Fernrohr folgt aber nur bei groesseren Abweichungen.


Am Rande bemerkt verstehe ich bis heute noch nicht warum dieses nervige Verhalten von Leica nicht verbessert wurde. Misst man z.B. einen Fahrbahnrand der sich prima mit ATR bewerkstelligen laesst mussman immer fuer die Punkte die nahe am Geraet vorbeifuehren die ATR Funktion deaktivieren. Ansonsten steht man am Geraet und wartet, wartet, wartet ziemlich lange bis unter Umstaenden nur eine Fehlermeldung erscheint.
Waere leicht zu loesen:
Offensichtlich wird vom Geraet bei einer ATR Messung zuerst der Winkel gemessen und danach die Strecke. Erst wenn der Winkel innerhalb eines Toleranzbereiches bleibt wird dieser registriert und danach die Strecke gemessen.
Wuerde man zuerst die Strecke messen und als Toleranzbereich quasi die metrische Abweichung/Wanderung des Zielpunktes benutzen wurde das Problem so nicht entstehen.


Gruesse
Thomas

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MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Thursday, 12.04.2012, 18:27 (vor 3943 Tagen) @ TomegooH

Hi Thomas,

die ATR Funktion bei Leica positioniert das Fernrohr nicht immer exakt auf die Prismenmitte.

Das die ATR den letzten kleinen Rest rechnerisch wegstellt, ist klar. Sonst würden die Motoren permanent arbeiten. Dennoch springt sie bei Zielen >>10m doch recht gut ins Zentrum. Wir reden hier immerhin von Abweichungen im cgon-Bereich und nicht um ein paar µm - da sollte man schon eine derartige Dejustierung erkennen.

Dies ist moeglicherweise/wahrscheinlich bei Trimble Geraeten genauso.

Denke ich auch.

Am Rande bemerkt verstehe ich bis heute noch nicht warum dieses nervige Verhalten von Leica nicht verbessert wurde.

Schuld sind immer die anderen. ;-)

Wuerde man zuerst die Strecke messen und als Toleranzbereich quasi die metrische Abweichung/Wanderung des Zielpunktes benutzen wurde das Problem so nicht entstehen.

Die ATR ist eine PSD, die permanent die Ablagen des Spots vom Zentrum registriert, solange sich dieser noch im Field of Interest befindet. Die Streckenmessung ist gar nicht in der Lage, die Zentrierung zu verifizieren. Sie funktioniert schließlich auch, wenn das Instrument nicht exakt auf Mitte Prisma ausgerichtet ist. Ferner ist die Streckenmessung zu ungenau, um ausschließlich mit ihr ein ruhiges Ziel zu ermitteln. Die Winkelmessung kann auch nicht direkt erkennen, ob das Ziel sich bewegt hat. Der Winkelencoder weiß gar nicht, ob das Instrument auf ein Prisma oder vll nur auf einen Kirchturm ausgerichtet ist.

Das Problem ist meiner Meinung nach nicht primär am Instrument zu suchen sondern steht hinter dem Tachystab. :-)

Schöne Grüße
Micha

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Trimble S6, Tracker

Christian S6, Thursday, 12.04.2012, 18:46 (vor 3943 Tagen) @ MichaeL

Hallo,

die automatische Zielverfolgung ist bei Trimble sowohl bei passiven Prismen als auch beim aktiven Prisma möglich. Auch bei nah am Gerät liegenden Punkten (Abstand 30cm) ist das Messen kein Problem. Dies wird bei Objektpunkten wie Straßenkanten usw. im Trackingmodus erledigt. Dabei wird permanent gemessen und man speichert bei Bedarf mit der Enter-Taste. Der Vorteil des aktiven Prismas ist, daß das Gerät nicht an anderen reflektierenden Objekten wie Warnwesten oder Straßenschildern hängen bleibt. Dank 6 verschiedener IDs können auch mehrere Meßtrupps gleichzeitig messen, da das Zielprisma eindeutig zugeordnet wird.

Um zum eigentlichen Problem zurückzukommen: Wieso wird die Höhe falsch gemessen, bzw. weshalb verstellt sich der Tracker. Gibt es hier niemanden, der diese Erfahrung auch schon gemacht hat. Oder muß man vor jeder Messung oder jeden Morgen zuerst den Tracker justieren, um auf der sicheren Seite zu sein. Die dauert ja auch einen Moment, da man in mindestens 100m Entfernung ein Prisma aufbauen muß.

Bin für Ratschläge dankbar,

Gruß
Christian

Trimble S6, Tracker

Christian S6, Saturday, 14.04.2012, 19:38 (vor 3941 Tagen) @ Christian S6
bearbeitet von philipp, Monday, 16.04.2012, 21:21

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Verschoben in den passenden Thread
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Hallo Philipp,

ich lese gerade das Du auch ein S6 hast.
Wie oft justierst Du den Tracker für die automatische Anzielung, wie oft den Kompensator?
Schönen Abend,
Gruß
Christian

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philipp ⌂, Glinde, Monday, 16.04.2012, 21:26 (vor 3939 Tagen) @ Christian S6

Wie oft justierst Du den Tracker für die automatische Anzielung, wie oft den Kompensator?

Wenn ich ehrlich sein soll: nie

Ok, ich hatte so meine Startschwierigkeiten, wie Micha schon richtig in Erinnerung rief - aber seitdem habe ich keine Probleme, schon gar nicht mit dem Tracker.

Allerdings werde ich mal versuchen, die jährliche Überprüfung im Labor nicht wieder schleifen zu lassen, so daß die Kiste dann spätestens im Sommer zum Generalcheck weg geht. Im Normalfall reicht diese jährliche Prüfung ja auch aus, wenn man beim täglichen Arbeiten keine Unregelmäßigkeiten feststellt...

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Christian S6, Tuesday, 17.04.2012, 20:20 (vor 3938 Tagen) @ philipp

Hallo Philipp,

kannst Du nicht einmal einen Punkt, den Du aufgebauthast mit passivem prisma in 1. und 2. Lage automatisch anmessen lassen und Dir dabei die Koordinaten ansehen. Würde mich interessieren, wie groß die Abweichungen sind (Entfernung sollte midestens 100m sein, oder mehr). Wenn sie bei Dir sehr klein wären, so wüßte ich das bei meinem S6 etwas nicht stimmt.

Gruß
Christian

PS: Trägst Du das Gerät auf dem Stativ oder immer in der Kiste, und erst wenn das Stativ steht wird es draufgesetzt?

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philipp ⌂, Glinde, Wednesday, 18.04.2012, 22:27 (vor 3937 Tagen) @ Christian S6

kannst Du nicht einmal einen Punkt, den Du aufgebaut hast mit passivem Prisma in 1. und 2. Lage automatisch anmessen lassen und Dir dabei die Koordinaten ansehen. [...]

Nach meinem Gerätefehler-Fiasko hab ich nach Rückerhalt des Gerätes natürlich sofort alles in 2 Lagen gemessen, um es dann aber auch ganz genau zu machen! :yes:

Habe also ein Festpunktfeld von an die 40 Punkte über mehrere Standpunkte 2-lagig gemessen - oftmals mit mehr als 100 m Zielweiten.

Ergebnis: Immer - wirklich immer - maximal 1 mm Abweichung zwischen beiden Lagen (in allen Richtungen -
also y, x, z)

Trägst Du das Gerät auf dem Stativ oder immer in der Kiste, und erst wenn das Stativ steht wird es draufgesetzt?

Also auf dem Stativ kann man vielleicht mal ein leichtes Niv aufgeschraubt lassen (muss man ja sogar! - wenn man nicht am Dauerschrauben sein will :surprised: :-P ) - einen schweren Tachy sollte man wohl eher zwischendurch abschrauben!!! Stell dir nur mal vor, du kommst in's stolpern...

Trimble S6, Tracker

Christian S6, Friday, 20.04.2012, 20:41 (vor 3935 Tagen) @ philipp

Wenn ich auf der Baustelle ankomme, dann schraube ich das Gerät aufs Stativ, nehme den Stab in die eine Hand, den Feldbuchrahmen um den Hals, das Stativ mit Gerät auf die Schulter und in die andere Hand noch den Warnkegel. So arbeite ich schon über 10 Jahre.
Mein S6 ist dabei ja jetzt leichter als das Vorgängergerät Trimble 5600+ mit externem 3-er Ackupack. Bis jetzt bin ich nie hingefallen oder gestolpert, das Stativ setzte ich immer behutsam ab und beim Festreten löse ich die Klemmen, damit das Gerät nicht durchgeschüttelt wird. Sonst müßte ich ja immer 2x laufen, wenn ich das Gerät in der Kiste ließe.

Wie handhaben es andere Leser hier im Forum?

Gruß
Christian

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philipp ⌂, Glinde, Friday, 20.04.2012, 22:33 (vor 3935 Tagen) @ Christian S6

Wenn ich auf der Baustelle ankomme, dann schraube ich das Gerät aufs Stativ, nehme den Stab in die eine Hand, den Feldbuchrahmen um den Hals, das Stativ mit Gerät auf die Schulter und in die andere Hand noch den Warnkegel.

Och, viel auf einmal schleppen tue ich auch manchmal, so ist das nicht...

Dabei schnalle ich aber den Gerätekoffer samt Gerät auf den Rücken - wie einen Rucksack halt. Beim TC1103 von Leica z.B. war das ja nicht möglich, da der Koffer anders ausgelegt war - aber beim S6 geht das und wird auch von mir genutzt.

Daß das S6 dabei nicht so schwer ist wie ältere Tachys stimmt zwar, aber ein Leichtgewicht ist er auf dem Stativ auf der Schulter dann auch nicht. Und ich habe immer so meine Probleme, das gesamte "Gerümpel" am Zielort "ordnungsgemäß abzuwerfen". :lol3:
Keins der Teile sollte unkontrolliert zu Boden gelassen werden, was schon bei Prismenstab in der linken Hand und dem Stativ samt Gerät in der rechten schwierig werden könnte...

Und kommen dann auch noch Hammer/Fäustel und Schurnägel/(Eisen)Pinnen/Holzpflöcke dazu, führt wohl auch kein Weg an einem zweiten Weg vorbei, oder jonglierst du das dann auf dem Kopf, um einen doppelten Fußweg zu sparen? :rotfl:


Was mich mal interessieren würde:
"Haust" du ab dem 2. Standpunkt des Tages die TCU-Einheit wieder ans Gerät oder baust du ohne neu auf?
Ich habe das Anfangs ohne gemacht, musste aber feststellen, daß die Libelle ohne die elektronische Softwarelösung nie zufriedenstellend einzustellen war (was man dann ja immer angezeigt bekommt, wenn man schon am Festpunkt steht :yes: ). Also befestige ich jetzt immer zum horizontieren kurz die TCU am S6, auch wenn's etwas nervt ab dem 3. oder 4. Standpunkt des Tages...

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Christian S6, Friday, 20.04.2012, 23:36 (vor 3935 Tagen) @ philipp

Ich habe den TSC3, der kann am Gerät nicht befestigt werden. Wenn ich ein weiteres Stativ aufbaue stelle ich es nur über die Dosenlibelle ein. Diese justiere ich aber regelmäßig bzw. überprüfe die ordentliche Justage, wenn das Gerät einmal drauf ist. Allerdings kommt es schon vor, daß die elektronische Libelle dann bis 300/400 geht, aber immer noch im Bereich, in dem das S6 mißt.
Bezüglich des Gerätetransportes muß ich sagen, daß wenn ich noch Hammer und anderes brauche sich ein weiterer Gang nicht vermeiden läßt. Das kommt bei mir aber selten vor, da ich hauptsächlich Versorgungsleitungen einmesse. Dies können aber schon einmal bis zu 8 Baustellen am Tag sein, wo es dann auf ein möglichst schnelles Abarbeiten ankommt.
Ich bin jetzt dazu übergegangen öfter den R6 (GPS, Glonass) bei Leitungseinmessungen vor allem im Straßenbereich zu verwenden. Dann aber stecke ich immer mindestens 2 Referenzpunkte ab um im nachhinnein die Höhen anzupassen. Dies paßt meist im Bereich +-1,5cm. Nur bei Punkten dicht an Gebäuden (Hausanschlüsse) kommt man am Tachy nicht vorbei.

Gestern ist mir noch etwas kurioses passiert. Habe ein Festpunktfeld gelegt (lokal, beide Lagen gemessen, passives Prisma) und im Büro gemerkt, das zwei der 6 vorhandenen Festpunkte für die Transformation falsch waren. Eine örtliche Prüfung ergab, daß das Prisma an einer Autoscheibe "hängen geblieben ist". Ich war nur leicht aus der Richtung und habe es beim Blick zum Gerät nicht bemerkt. Aber jetzt kommts: Ich prüfe immer die drei Nachkommastellen wärend des Messens in Lage 1 und in Lage 2. Und die Abweichung war unter 2mm, d.H. er hat die Strecke zur Scheibe in beiden Lagen nahezu gleich gemessen. Mit dem aktiven Prisma wäre das wohl nicht passiert.

Schönen Abend,

Christian

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Erik, Friday, 31.08.2012, 23:52 (vor 3802 Tagen) @ Christian S6

Hallo Christian,

welches Prisma verwendest du?
Bitte bei präzisen Vermessung im Zusammenhang mit Robotikstationen NIE das Rundumprisma nehmen! Bei Rundumprismen besteht immer das Problem, dass sich der optische Mittelpunkt nicht über der Stehachse befindet.
Deshalb verwendet man hier hochwertige Planprismen, z.B. Zeiss KTR-1N. Hier ist es fast egal, wie der Prismenkörper zum Instrument hin ausgerichtet ist.
Bitte mach folgenden Versuch mit deiner S6:
- S6 auf ein Stativ stellen.
- Im Nahbereich (<10m, dann wirkt die Richtungs- und Winkelmessgenauigkeit) ein zweites Stativ mit Dreifuß und dem Rundumprisma.
- S6 auf Dauermessmodus (alle 1 Sek. eine Messung) stellen.
- Nun drehe das Rundumprima langsam.
Schau dir das Ergebnis an. Du wirst erkennen, dass du ein Streubild bekommst, bei dem die einzelnen Stichproben teilweise bis zu 5mm um den "wahren Wert" variieren. Breachte jedoch, dass du eine qualifizierte Aussage so nur über die Querabweichung machen kannst, da sich die Streckenmessgenauigkeit bei der Längsabweichung voll abbilden kann.
Den Versuch führst du nun mit einem KTR-1N (o.ä.) durch, - wobei du das Planprisma selbstverständlich nicht ganz um 360° drehen kannst.

Also, mein Tipp: Schau dir mal die Systemeigenschaften im Zusammenspiel S6 mit Runumprisma an! Ein Fehler, den viele Nutzer machen!

MfG

Erik

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MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Saturday, 01.09.2012, 09:52 (vor 3801 Tagen) @ Erik

Hi,

Bei Rundumprismen besteht immer das Problem, dass sich der optische Mittelpunkt nicht über der Stehachse befindet.

Das ist nicht das Problem, weshalb 360° Prismen für Präzisionsmessungen ungeeignet sind, vgl. Favre & Hennes, 2000. Da er keine Probleme in der Lagemessung hat, fällt ein verdrehtes Rundumprisma eigentlich auch weg.

Deshalb verwendet man hier hochwertige Planprismen, z.B. Zeiss KTR-1N. Hier ist es fast egal, wie der Prismenkörper zum Instrument hin ausgerichtet ist.

Auch das stimmt nicht, vgl. Abbildung 3 im o.g. Artikel. Bereits bei ~20° Verdrehung entstehen signifikante Abweichungen, die bei Präzisionsmessungen zu berücksichtigen sind.

Schau dir mal die Systemeigenschaften im Zusammenspiel S6 mit Runumprisma an!

Woher hast Du die Information, dass er überhaupt ein Rundumprisma verwendet?

Schöne Grüße
Micha

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Erik, Saturday, 01.09.2012, 11:15 (vor 3801 Tagen) @ MichaeL

Hallo Michael,

welches Prisma Christian verwendet, wird nicht eineindeutig klar, zwar spricht er in seinem Beitrag teilweise von einem "normalen Zeiss Prisma", welches Prisma er aber an welcher Stelle genau verwendet ist nicht immer beschrieben.
Mir persönlich ist das auch unwichtig, - das von ihm beschriebene Problem kann und will ich nicht lösen, aber ggf. sensibilisieren für seine weitere Vorgehensweise.
Im Endeffekt wird Christian nicht um einen professionellen Versuchsaufbau unter Laborbedingungen herumkommen.
Den Beitrag "Zum Einfluss der geometrischen Ausrichtung von 360°- Reflektoren bei Messungen mit automatischer Zielerfassung" kenne ich. Bei meiner Diplomarbeit (2007, Entwicklung von Auswertesoftware mit MATLAB für die Überprüfung und Kalibrierung elektrooptischer Tachymeter und Geräteuntersuchung des Tachmeters Trimble S6) habe ich ähnliche Versuche durchgeführt, die sich insbesondere auf die Erkenntnisse von Bernd Krickel und Maria Hennes stützen.

Inwieweit wurde die Problematik eigentlich mit dem Hersteller besprochen? Ggf. gubt es hier aktuelle Erkenntnisse.

Bem.:
Außerdem schrieb ich bzgl. Verwendung KTR-1N Planprisma "...fast egal...". Und das ist eine hinreichend und ausreichende Platzierung! ... Zudem 20° Verschwenkung bei der Verwendung eines Planprismas schon wirklich extrem ist und in der Praxis auf unsachgemäße Handhabung schließen lassen würden.

MfG

Erik

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MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Saturday, 01.09.2012, 11:30 (vor 3801 Tagen) @ Erik

Hallo Erik,

Mir persönlich ist das auch unwichtig, - das von ihm beschriebene Problem kann und will ich nicht lösen, aber ggf. sensibilisieren für seine weitere Vorgehensweise.

Dazu sollten aber die Rahmenbedingungen soweit klar sein, sonst mutmaßen wir mehr als wir helfen können. Sollte ein 360-Prisma im Einsatz sein, sollte das auch bei der Problembeschreibung Erwähnung finden - meine Meinung.

Inwieweit wurde die Problematik eigentlich mit dem Hersteller besprochen? Ggf. gubt es hier aktuelle Erkenntnisse.

Du bist doch im Vertrieb tätig und solltest es wissen. ;-) Leica hat noch ein 360°-Mini-Prisma auf dem Markt, wo aber die gleichen Probleme bestehen - nur mit geringerer Amplitude. Vom großen 360°-Prisma gibt es noch eine zweite Baureihe, wo die Reflektoren versetzt angeordnet sind. Insbesondere bei horizontalen Visuren ist dieser wohl weniger anfällig auf Verdrehungen und zielt damit auf die Maschinensteuerungen im Straßenbau & co ab.
Ansonsten muss man nur die Spezifikationen genau lesen. Bei den 360°-Prismen wird einem meist eine Unsicherheit von ~2mm zugesichert. Aber wem erzähle ich das, Du sitze ja an der Quelle... :-)

Zudem 20° Verschwenkung bei der Verwendung eines Planprismas schon wirklich extrem ist und in der Praxis auf unsachgemäße Handhabung schließen lassen würden.

Nunja, es gibt Anwendungen, wo man Großteile vom Messbereich ausnutzen möchte und ein klassisches Prisma immer noch zuverlässiger ist als ein Rundumprisma. Aber das ist nicht das Thema hier.
Die Erfahrungen, die Christian hier beschreibt, hat er sicher unter normalen Gegebenheiten gewonnen.

Schönes Wochenende
Micha

--
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Christian S6, Saturday, 01.09.2012, 20:16 (vor 3801 Tagen) @ MichaeL

Hallo,

schön, das mein Thema nochmal aufgegriffen wurde. Mit "normalem Zeiss-Prisma" meine ich jenes mit Metallrahmen und einer Prismenkonstanten von -35mm. Also das normal gebräuchliche, was auf jedem Meßbus zu finden ist.
Da das Prisma mit Stabstativ aufgebaut und während der Messung in 2 Lagen nicht bewegt wurde, erklärt sich mir nicht, weshalb sich der Tracker selbsttätig verstellt und die o.g. Abweichungen hat.

Das mit dem aktiven Prisma und der Streuung ist mir auch aufgefallen, habe es als ich das Gerät bekam genauso durchgeführt, wie Erik es beschrieben hat.
Doch das hat ja nichts mit meinem Problem zu tun.

Gibt es noch andere Lösungsansätze?

Gruß
Christian

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