Wie wird ein Kompaß einjustiert? (Allgemeines)

Werner45, Freitag, 05. Mai 2017, 04:13 (vor 53 Tagen) @ Eddi

Hallo Eddi!

Mein Status ist noch komplizierter. Ich bin Jahrgang 45 und demnach jetzt in Rente.
Vermessungstechnisch bin ich erblich vorbelastet, da mein Großvater bayerischer Regierungsoberbaurat war und auch einige Vermessungen in den Alpen vorgenommen hat. Von ihm habe ich noch einige alte Bücher, u.a. den Bauernfeind von 1869. Da kann ich nachlesen, wie man Fadenkreuze aus Spinnenfäden macht.
In seiner Werkstatt lernte ich die Holz- und Metallbearbeitung und auch den Ausbau des Dachbodens seines Hauses. Jede Schulferien verbrachte ich bei ihm.
Fernrohr und Mikroskop waren auch vorhanden.

Meine Interessen waren zunächst Radiotechnik (Röhren) und dann die Chemie, beides lief nebeneinander. Studiert habe ich dann nach einem exzellenten Praktikum bei Krupp Chemieingenieur. Meine Anstellung fand ich dann im Service-Außendienst bei einer großen amerikanischen Firma für instrumentielle Analytik. Hier halfen mir meine bisherigen Kenntnisse in Maschinenbau, Elektronik und Chemie. Die firmeninterne Ausbildung war sehr gut, es kam noch Optik (Infrarot bis UV, Reinigung und Justage), Digitalelektronik sowie Computerhardware und Software hinzu. Später dann Massenspektrometrie incl. Sender- und Vakuumtechnik. Viel Interessantes lernte ich auch noch bei unseren Kunden (Industrie und Uni). Das lief alles bestens, bis das Mamagement den "Shareholder Value" hochhängte. Jetzt wurden fast alle Niederlassungen sowie die deutsche Fabrik geschlossen und die Angestellten entsorgt. Gut, daß es nicht mehr weit zur Rente war, andere traf es härter.

Zusammen mit meinem Bruder erbte ich unseren Familienbesitz und jetzt folgte die Altbau-Sanierung. Ein Wild-Theo aus Militärbeständen half bei Neuvermessen. Die Werkstatt wurde erweitert (Drehbank und Fräsmaschine) und intensiv genutzt.

Dann kam noch ebay auf, da waren schöne alte Theodolite und Nivelliere (anfangs) günstig zu bekommen und Theo010, Theo020, Dahlta010 stehen jetzt hier und warten auf Reinigung und Restaurierung. Ein SokkiaDT5 habe ich repariert, das ist im Einsatz.
An Nivellieren ist ein Ni2 gebrauchsfähig, Breithaupte und Fennels müssen noch überholt werden.
Mein bestes Schnäppchen war aber der Deumlich, habe drei Ausgaben davon.
Leider sind auch im web keine Reparaturunterlagen mehr zu finden, so daß ich bei der Restaurierung auf meinen Erfahrungsschatz angewiesen bin.

Die Astronomie habe ich an den Nagel gehängt. Die Lichtverschmutzung ist zu hoch, der Himmel ist nachts nicht schwarz, sondern grau und man kann die Umrisse der Berge erkennen. Früher konnte ich die Milchstraße kontrastscharf bewundern, heute ist sie neblig. Sogar in 1200 m Höhe ist es nicht viel besser, im Winter stören dazu die Schipisten-Flutlichter gewaltig. Alle größeren Orte kann man am Halo lokalisierern, aber die will ich gar nicht sehen. Es gibt zu viele Straßenlaternen und mit den Leds wird es noch schlimmer.
Bin jetzt bei der Mikroskopie gelandet, das geht bei jedem Wetter.

Gruß - Werner


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