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Bestandserfassung mit GPS (Geodäsie/Vermessung)

philipp ⌂ @, Glinde, Sonntag, 04.09.2011, 13:42 (vor 2909 Tagen) @ Earthmover

Welche Geräte sind zu empfehlen? Was kostet sowas?

Mein neuer Tachy (terrestrische Messung, also was anderes als GPS) kostete summa-summarum gute 25.000 Glocken.
Nun gibt's ja auch Gebrauchtgeräte - und GPS könnte billiger sein, da weniger "Klimbim" mitbestellt werden muss. Aber ohne das jetzt wirklich zu wissen würde ich mal auf eine ordentliche 4-stellige Summe tippen (aber wie gesagt: ich weiß es nicht - Preise erfährt man leider immer nur auf konkrete Anfrage bei den Händlern).

Ist der Aufbau einer Referenzstation nicht aufwendig? Muss da Sichtkontakt bestehen?

Jein und nein! ;-)
Wenn du dir selbst eine Station bauen würdest, bräuchtest du schon wieder mehr Equipment (=teurer) und einen bekannten Punkt. Das heutzutage verwendete Prozedere ist aber eh die Verwendung eines Korrekturdienstes. Das sind hunderte bekannte Stationen (von Ämtern oder Firmen betrieben), die Korrekturdaten erzeugen, welche dir (kostenpflichtig) zur Verfügung stehen (per Mobilfunk). Die Kosten liegen aber im normalen Mobilfunkbereich (monatlich, versteht sich)...

Aber ich glaube nicht, dass Du 13 Monate lang (gepl. Bauzeit) jede Woche mindestens einmal auf die Baustelle fahren willst.

Kommt immer drauf an.
Ich z.B. bin Vermesser bei einer Straßen- und Tiefbaufirma. Ich bin also quasi intern schon eingeplant für alle Baumaßnahmen und eh schon mal "anwesend". Somit darf ich dann auch solche Dinge übernehmen.
Bei Kleinstmaßnahmen ist die Frage der Wirtschaftlichkeit dann natürlich wieder gegeben - aber bei 13 Monaten Bauzeit ist das ja wohl eher keine Kleinstmaßnahme mehr...

Innerstädtischer Rohrleitungsbau ist da bischen anders. Früher hatten die Versorger ihre eigenen Messtruppe, die kamen, wenn es sein musste jeden Tag auf die Baustelle und haben 2 Punkte aufgenommen. Aber jetzt wird alles auf die Firmen abgewälzt.
Einen Vermesser auf der Baustelle gibt es nicht. Übliche Angabe ist "Grabenmitte 80 cm vor dem Bordstein, wenn es geht"
Also nix mit Absteckung etc.

DAS ist die Krux der Neuzeit!
Einerseits ansagen, man solle doch einfach das Rohr in der Grabenmitte "verklappen" (Zitat: "wenn es geht" - ganz tolle Aussage!!! - was, wenn es denn nicht geht??? :no: ), anderseits die schönsten Pläne in x-facher Ausführung im Landessystem verlangen.
DIESE Auftraggeber habe ich auch "ganz gerne". :waving:

Für die Weiterverarbeitung denke ich im Augenblcik vielleicht über eine Zusammenarbeit mit einem Vermesser nach.

Also wenn du doch selbst mit GPS hantierst kannst du auch gleich die Punkte selbst auslesen und in CAD mit Linien verbinden. DAS allerdings kostet wieder etwas (CAD-Software - das können auch mal schnell ein paar Tausend sein) und Zeit und nerven für die exakte Planerstellung.
Eigentlich zu viel für dich als Bauleiter und Kalkulator der Maßnahme. Also doch ein Vermesser dazu - dann kann der aber auch gleich selbst aufmessen, denke ich (spart dir die oben angeschnittenen Systemkosten)...

Fazit:

1. Geld für System + Software investieren (einmalig, außer Mobilfunkkosten), dazu Zeit und nerven für's bearbeiten (öfters :-D )

oder

2.
Geld für Vermesser investieren (monatlich oder pro Auftrag) und zumindest Ruhe haben vor allem anderen (Aufmaß, Gerätschaften, Auswertung, Planerstellung, etc.)

Tags:
CAD, Vermessung, GPS, SAPOS


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