Minimalausstattung Vermessungsbüro (Allgemeines)

dias, Vogtland, Donnerstag, 02.10.2014, 10:31 (vor 1606 Tagen) @ koralle

Hallo Jürgen,

wegen der Größe deiner Lagepläne hatte ich eigentlich weniger das Ausgabeformat germeint, sondern eher
wie groß dein "Aufnahmegebiet" üblicherweise so ist. Also ob kleinere Grundstücke bis 50 Meter, oder auch
größere Anwesen, Felder, Wiesen, Wälder usw.

Warum ich frage:
Wenn du nur im "Nahbereich" bis 100 m messen musst könntest du das auch unter Umständen sehr
preiswert erledigen. Ich habe mit z.B. vor einigen Jahren zunächst selbst ein Tachymeter gebaut.
Auf einen Theodoliten (Zeiss 010A) montierte ich einen guten Laserentfernungsmesser. Beides ist
gebraucht preiswert zu erhalten. Dazu schrieb ich mir ein umfangreiches Vermessungsprogramm in Excel,
um mit den gemessenen Winkeln und Strecken ordentlich arbeiten zu können (Messen, Abstecken,
Koordinaten, Freie Stationierung usw.) Mit diesem "System" kam ich auf reproduzierbare Genauigkeiten
von unter 10 mm in einem typischen Messbereich im Radius von 50-80 m.

Und dank des Laserentfernungsmessers arbeitet das "System" quasi reflektorlos! Gerade wenn man viel
allein arbeitet oft ein unschlagbarer Vorteil. Oder auch bei Gebäude- und Innenaufnahmen. Der Nachteil ist
natürlich, dass man zunächst alle Werte per Hand ins Excel tippen muss...

Wenn du größere Gebiete vermessen willst kommst du natürlich um ein "richtiges" Tachymeter nicht herum.
Dabei stellt sich die Frage, ob das Gerät auch reflektorlos messen können soll. Allerdings wird es dann
schon etwas teurer...

Ich persönlich würde kein Tachy mit einem externen Feldrechner nehmen. Selbst ältere Geräte haben
normalerweise alle wichtigen Programm mit an Bord. Mein erstes Gerät war zum Beispiel ein Leica TC1010.
Mit dem messe ich immer noch ab und zu. Es funktioniert tadellos, ist robust, genau und zuverlässig.
Ein kleiner Nachteil ist das verwendetet REC-Modul, aber sonst ist diese Baureihe gerade auch für Anfänger
mit kleinem Geldbeutel sehr zu empfehlen. Gibt es in der "Bucht" manchmal schon ab 700,-€.

Leica-Geräte kann man uneingeschränkt empfehlen, auch die Älteren. Man muss halt wissen was man
braucht. Mit Zeiss-Geräten habe ich keinerlei Erfahrung. Ich weiss aber von einigen Baufirmen, die die
älteren ELTA-Geräte benutzen und zufrieden sind.


Nochmal wegen der Planausgabe:
Man muss sich nicht immer gleich einen Plotter zulegen. Hat man nur selten größere Pläne zu drucken
kann man dazu auch in jeden Copyshop gehen. Oder man freundet sich mit einem ansässigen Ingenieurbüro
an, die einen Plotter haben (und für die man ab und zu was kleineres erledigen kann...).


Wegen Equipment:
Ich kann dir nur empfehlen: nimm bei mechanischen Sachen immer gute Qualität! Zur Not auch gebraucht.
Ein gutes Stativ hält viele Jahre, da wackelt auch nach 100 Aufstellungen nix! Und solltest du es nicht mehr
benötigen kannst du es auch gut wieder verkaufen. Genauso beim Prismenstab.

Bei Prismen/Reflektoren habe ich allerdings bisher auch mit preiswerten Nachahmerprodukten (Neuware)
gute Erfahrungen gemacht. Gerade für Lagepläne, wo es nicht auf 3 mm ankommt, reichen diese meist aus.
Kann ich zumindest so sagen. Und wenn man sie gut behandelt (sollte sowieso oberstes Gebot sein)
halten sie auch lange.


Noch ein paar Fragen:
Misst du deine Objekte mit Landeskoordinaten auf, oder in einem einfachen örtlichen System?
Musst du auch Absteckungen ausführen?

Viele Grüße!
Matthias


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