Formel? Genauigkeit bei Peilung mit zwei Stangen (Allgemeines)

dias, Vogtland, Freitag, 06.07.2018, 11:28 (vor 135 Tagen) @ Andy-439

Hallo Andy,


also ich kann mir nicht so richtig vorstellen wie man mit der Kompasspeilung
auf akzeptable Genauigkeiten kommt.


Problem 1: Man weiß nie so richtig ob der Kompass genau geht. Irgendwelche
Störungen vor Ort, oder auch Metall in der Nähe können schon die Nadel beeinflussen.


Problem 2: Ein Kompass zeigt i.d.R. zum magnetischen Pol. Du beschreibst deine
Vorgehensweise unter Zuhilfenahme von GIS-Karten bzw. Software. Diese sind ja erst mal generell
nach Gitter-Nord ausgerichtet. Wenn sich in der Software nichts einstellen lässt käme
dann das Problem der Deklination (Missweisung) mit deinen Messwerten zum Vorschein, so daß du
deine gemessenen Richtungswinkel nicht so ohne Weiteres abtragen kannst...

Ein wesentlich genaueres Verfahren (bei guter Rundumsicht) wäre folgendes:


Besorge dir einen gebrauchten Theodolit, bei dem die Winkelmessung noch gut funktioniert.
Je genauer desto besser, mir persönlich ist auch ein aufrechtes Bild wichtig, aber das
müsste nicht unbedingt sein. In der Bucht gibts ältere Geräte recht günstig. Auch Geräte
aus dem Militärbereich sind denkbar (Richtkreis etc.).


Mit dem Theo stellst du dich an einer günstigen Stelle auf. Dann peilst du mehrere markante
Objekte in der Umgegend an (Kirchtürme, Schornsteine etc.). Wichtig ist daß die in deiner
Karte vorhanden sind. Auch dein Zielobjekt muss natürlich angepeilt werden.
Notiere dir alle gemessenen Horizontalwinkel. Die Nordrichtung muss nicht beachtet werden.


Dann gehst du mind. 100 Meter (je mehr desto genauer) weiter und wiederholst das Ganze.


Zusätzlich könntest du noch deinen Standpunkt mit GPS oder GNSS messen. Ein normales gutes
"Wander-GPS" würde notfalls reichen. Das würde vieles vereinfachen. Muss aber nicht sein...

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten der Auswertung:


1. Wenn du deine beiden Standorte mit GPS gemessen hast:
Konstruiere anhand deiner gemessenen Winkel deine "Strahlen" mit einem gemeinsamen Mittelpunkt.
Schiebe den gemeinsamen Mittelpunkt auf deinen Standpunkt in der Karte. Drehe nun das Gebilde bis es mit den markanten
Punkten übereinstimmt. Der Strahl zu deinem unbekannten Ziel geht nun in die richtige Richtung.


Das ganze auch für den zweiten Strandpunkt durchführen.

Der Schnittpunkt deiner zwei unbekannten Strahlen ist nun dein gesuchtes Objekt.


2. Wenn du deinen Standpunkt nicht mit GPS gemessen hast:

Möglichkeit A:
wie unter 1 beschrieben deine Strahlen konstruieren. Dann den Mittelpunkt des Gebildes
ungefähr an die richtige Stelle in der Karte schieben. Nun durch weiteres abwechselndes schieben und drehen
das Ganze bestmöglichst anpassen. Diese Methode ist nicht ganz so genau, aber oft ausreichend.

Möglichkeit B:
Zunächst deinen Standpunkt ermitteln mit der Methode "Rückwärtseinschnitt". Dabei reichen die reinen
Winkelwerte aus, allerdings ist auf eine günstige Verteilung zu achten.
Die Methode hier zu beshreiben würde zu weit führen. Im Netz gibt es viele Informationen darüber.
Man kann es grafisch oder auch rechnerisch lösen. Mit einem einfachen CAD-Programm (evtl. auch GIS) ist
die grafische Lösung kein Problem.

Ist der Standpunkt so ermittelt weiter wie oben.



Wie schon erwähnt: sind alles nur Anregungen ohne ins Detail zu gehen.
Vielleicht hast du ja Lust das mal auszuprobieren...


Viele Grüße!
Matthias


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