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Netzberechnung Problem (Allgemeines)

MichaeL ⌂, Bad Vilbel, Monday, 04.09.2023, 19:34 (vor 289 Tagen) @ Olaf

Guten Abend,

danke für die Tipps euch beiden:

Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier zwei Sachen gerade mischen. Ich gehe mal davon aus, dass die Berechung in JAG3D stattfindet. Hier gibt es einen Grenzwert beim Mitteln für jede Beobachtungsart. Wird einer der Grenzwerte überschritten, werden keine Mittel gebildet und der Anwender muss entscheiden, wir er fortführen möchte. Dieser Grenzwert ist keine Unsicherheit.

Bei der Ausgleichung selbst sind a-priori Unsicherheiten zu spezifizieren im stochastischen Modell. Mittels Varianzkomponentenschätzung kann man validieren, ob die getroffenen Einstellungen vom Modell bestätigt werden. Dies setzt aber auch voraus, dass das Beobachtungsmaterial eine zuverlässige Schätzung erlaubt. Wenn bspw. alle Zielweiten nahezu identisch sind, dann kann bei der Varianzkomponentenschätzung keine Trennung zwischen dem additiven Anteil und dem streckenabhängigen Anteil vorgenommen werden - hierfür sind zwingend unterschiedliche Zielweiten notwendig. Ferner muss die Redundanz der geschätzten Teilkomponenten eine zuverlässige Schätzung erlauben. Förstner (1979) empfiehlt eine Teilredundanz für jede Gruppe von mindestens 50. Wenn die Streuung der Residuen durch den Messaufbau eingeschränkt wird, dann verzerrt dies ebenfalls die Ergebnisse der Varianzkomponentenschätzung. Insbesondere Zwangszentrierung führt dazu, dass die Unsicherheit im Aufbau sich nicht in einer Streuung in den Beobachtungen zeigt. Gleiches gilt, wenn die Messungen alle sehr schnell ausgeführt werden, und es kaum meteorologischen Änderungen gab.

Um die Sache etwas abzukürzen: Es greift meiner Meinung nach ein wenig zu kurz, wenn die Bewertung des Modells ausschließlich auf der Tatsache basiert, dass der geschätzte Varianzanteil Eins (oder nahe bei Eins) liegt.

Viele Grüße
Micha

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