Abhandlung zur Theorie von Gauß-Krüger (zur Information)

.seb, Mittwoch, 19.11.2014, 13:38 (vor 1705 Tagen) @ Rolf

Hallo,

Seb verstehe ich das richtig, das Du die Taylor-Reihen für Gauß-Krüger selbst entwickelst, das würde mich interessieren. Es gibt schon einige Programmiersprachen bei denen komplexe Funktionen implementiert sind z.B.: Fortran oder Delphi oder die meisten Computeralgebrasysteme. Wie Michael gezeigt hat, ist es aber auch möglich diese Funktionen selbst zu definieren.

Mir ist bekannt, dass man Taylor-Reihen numerisch lösen kann. Ich habe z.B. eine Lösung in Matlab vorliegend, die ich von dieser Quelle habe:

Numerical Methods in MATLAB (Matthews)

Diese müssen dann nur in Java oder C umgeschrieben werden, wobei ich glaube, dass es dort schon fertige Lösungen gibt. Die GK Lösung für die Taylorreihe habe ich grade nicht zur Hand.


Sonst kann ich mich der Meinung von Michael nur anschleißen innerhalb der Meridianstreifen hat die komplexe Lösung keinen Mehrwert.

Aber es gibt Länder z.B. Polen, hier wurde über die Einführung eines 10° breiten Meridianstreifens nachgedacht, Kanada oder die Skandinavischen Länder die größere Steifenbreiten verwenden möchten. Letztere weil bei Ihnen die ellipsoidischen Zweiecke schon sehr schmal sind. Wenn man die Isolinien des Maßstabsfaktors betrachtet, kommt man ohnehin zu der Überlegung statt des Zweieckes lieber ein Band konstanter Breite zu verwenden. In Nordrichtung wird der Maßstabsfaktor sogar kleiner.

Die Sache wird wirklich interessant, wenn die Streifen breiter werden wie z.B. in Ländern höherer Breiten. Du scheinst da schon einiges Hintergrundwissen zu haben.

Ich bin da auch nicht mehr so fit drin in den geodätischen Projektionen.
Ich habe nur noch das im Ohr:

Die Streckenkorrektion wächst mit dem Quadrat des Abstandes vom Mittelmeridian

Da habe ich nochmal in meinem schlaues Skript geguckt und tatsächlich:

s-S \approx \frac{Y_m^2}{2*R_m^2} \cdot S

Aber das gilt offenbar nur für die konventionelle Entwicklung. Vielleicht müssen dann die Formeln überdacht werden.

Die Hauptgleichung der konformen Gauß’schen Abbildung lautet:
(x + y * i) = f(q + L * i).
Dieser einfachen Gleichung kann man im Komplexen direkt folgen. Von der komplexen Mercator-Ebene geht es über die Ebene der komplexen Breite zur komplexen Gauß-Ebene. Die Funktion-f ist dabei die inverse Mercatorfunktion und die Funktion der Meridianbogenlänge.

Dann ist die Sache ja nicht schwierig. Komplexe Zahlen ja sich seit jeher gut für Projektionen gemacht. Der komplexe Zahlenraum ist ja per se schon ein zweidimensionaler Raum, wo man alles unterbringen und überführen kann.
Mittlerweile komme ich auch ins Grübeln, vielleicht ist die komplexe Variante sogar die mathematisch Intuitivere, aber war in Vergangenheit schwierig numerisch zu machen. Heute sollte es kein Problem mehr sein!

Naja, die von mir genutzte Klasse findest Du am Ende des Postings. Sie reicht aus für die Grundrechenarten - und mehr als addieren kann der PC ja eh nicht

Da ist aber der Michael nett, dass er dich gleich die Klasse für komplexe Zahlen schenkt... dann ist ja die Umsetzung ein kinderleichtes Unterfangen. ;)

Viel Erfolg!
LG Sebastian


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